Mediale GewaltoderDie Inszenierung der Mediengesellschaft

Die Karriere Selenskijs vom Clown und Medienstar zum Kriegshelden wäre fast zu einer gelungenen Show geworden, wenn die Ukraine, sein geliebtes Land, nicht in Trümmern läge.

VON GERHARD A. SCHWARTZ

Hollywood ist eine zentrale, manipulative Institution der liberalistischen Medien-Demokratie. Sie produziert die unterhaltsamen Illusionen der Freiheits- und Aufklärungsideologie. Zumindest war es bislang so, denn heute haben die sozialen Medien die Macht Hollywoods weit übertroffen.

Viele Soziologen und „WIR“-Ideologen erklären immer wieder, es gäbe doch nur Menschen oder Interaktionen in der Gesellschaft und meine Betonung von Strukturen als Realitäten mit messbarer Wirkung auf die Verteilung des Verhaltens der Menschen sei eine unrealistische und entbehrliche Abstraktion. Luhmann und die Systemtheorie abstrahieren zwar und sehen Kommunikation als Basis gesellschaftlicher Realität an, aber dekonstruieren Strukturen innerhalb ihres interaktionistischen Paradigmas und leugnen Hierarchien und die kausal messbare Wirkung von Strukturen. Kein Wunder, wenn man Ontologie eindimensional und konstruktivistisch-unrealistisch auf die Epistemologie des Beobachters des Beobachters des Beobachters reduziert.

Die Basis für die von mir skizzierte „Soziologie als Realwissenschaft“ ist die Einheit von Kommunikation und Macht (s. Artikel in soziologie heute/August 2017).
Der Zeit-un-geist, der dominiert wird vom Konsens-Konstruktivismus, ist nicht mehr in der Lage, logisch und ontologisch in Hierarchien zu denken. Er reduziert diese Hierarchien auf eine Ebene, nämlich die der Interaktion der Subjekte, mit der verheerenden Folge der „Wir sind die Gesellschaft“-Ideologie. Aus diesem Grund verwende ich nun eine Analogie, die verdeutlichen soll, worum es bei einer „Soziologie als Realwissenschaft“ geht.

Wenn ein Film entsteht gibt es verschiedene Ebenen, welche sich klar unterscheiden lassen und bei der die jeweils höhere Ebene die darunterliegende prägt und nicht umgekehrt:
1) Filmgesellschaften und PRODUZENTEN
Sie wählen die Drehbücher aus, entscheiden, welcher Film entsteht und bestimmen den Regisseur und damit das prinzipielle „Wie“ des Films. Oft haben sie auch Einfluss auf die Wahl der Hauptdarsteller.
2) Der Regisseur wiederum bestimmt, wie das Drehbuch umgesetzt wird, welche Schauspieler die Hauptrollen spielen und welche Statisten mitarbeiten.
3) Die Hauptdarsteller bestimmen, unterstützt und angeleitet durch den Regisseur, wie die Hauptfiguren des Films den wesentlichen Inhalt repräsentieren und realisieren.
4) Die Statisten „bestimmen“ den personellen Hintergrund des Films. Ohne sie wäre eine adäquate Realisierung des Stoffs nicht möglich.

An dieser Stelle sollte klar werden, dass es sich um eine Hierarchie handelt, die von oben her das Geschehen wesentlich bestimmt. Daran ändert sich im Prinzip auch nichts dadurch, dass es Einflüsse von unten nach oben gibt oder dass ein Statist in Ausnahmefällen zu einem Hauptdarsteller avanciert, ein Schauspieler mal Regisseur wird oder ein Regisseur Produzent. Die dominierende hierarchische Struktur ändert sich dadurch nicht.

Womit könnte man diese Ebenen in der politisch–gesellschaftlichen Medien-Wirklichkeit nun vergleichen?
1) In der Bastardökonomie und im imperialistischen Kapitalismus sind die Kapitalisten und die Finanziers diejenigen, die bestimmen, was gespielt wird. Sie kontrollieren die Medien und die Medien-Gesellschaften.
2) Die geschäftsführenden Leiter der Medienunternehmen setzen die ausgewählten Drehbücher (liberalistisch-kapitalistische Ideologien) mit ihren Sozialingenieuren in Werbung und Propaganda (strukturelle Gewalt) um und bestimmen, welche Hauptdarsteller (z.B. Spitzenpolitiker oder Konsumgüter) massenpsychologisch promoviert werden.
3) Die politischen und ökonomischen Manager und Bürokraten bestimmen als loyale Marionetten innerhalb der von den Finanziers und den Leitern der Medienunternehmen vorgegebenen Struktur die Details der Ausführung des Gesellschaftsspiels und der Spielregeln.
4) Die Masse/Mehrheit der Menschen sind die notwendigen Statisten, ohne die der Film der Medien-Gesellschaft und die Demokratie nicht produziert werden könnte.

Mit der liberalistischen Ideologie motiviert man die Masse/Mehrheit dazu, ihr Bestes zu geben und vermittelt ihnen die Illusion, jeder könne selbstverständlich Kapitalist und Finanzier werden in einer freien, demokratischen Gesellschaft und die Spielregeln mitbestimmen. In Ausnahmefällen passiert das tatsächlich, allerdings nur, wenn oben entschieden wurde „Der spielt nach unseren Regeln und der Kuchen ist groß genug“ oder jemand wird zu lange arrogant belächelt und sein Potenzial dramatisch unterschätzt, bis es zu spät ist.

Die Wahrscheinlichkeit der Wirkung von unten nach oben ist für die soziologische Analyse gesellschaftlicher Realität praktisch und statistisch vernachlässigbar, wie die Geschichte beweist. Die Film-Produktion der „Ideologie der Freiheit, der Demokratie und des imperialistischen Kapitalismus“ ist perfekt und kann weltweit exportiert werden, bis eine andere ebenso starke Ideologie „Stop!“ sagt, wie es heute der Islam/Islamismus und die anderen illiberalen und antiliberalen Ideologien weltweit zunehmend tun.

An Hand dieser Analogie wird hoffentlich klar, welche exzellente, intellektuelle Leistung die emotional-ideologisch passenden, linksliberalen Intellektuellen-Marionetten, die die liberalistische Freiheits- und Aufklärungsideologie auf eine fatale Art und Weise mit der sozialistischen Gemeinschafts und Solidaritätsideologie, verschmolzen haben, meistens unbewusst für die Zementierung der determinierenden, imperialistisch-kapitalistischen Strukturen erbringen.

Selbstverständlich sind die Individuen (die Statisten), sind „WIR“ genau so wie die kapitalistischen Finanziers in der Lage, für die Produktion der Medien-Gesellschaft die Spielregeln zu bestimmen! Ist doch klar, oder? Dialektische Wechselwirkung nennen das die intellektuellen Ausnahme“denker“ (von Hegel bis zu Adorno), die die Ausnahme zur Regel umdenken.

Und die Medien nutzen „WIR“ auch mal eben zur Veränderung der Strukturen in unseren emotional-ideologischen, isolierten Blasen.

Die Kontrolleure der Medien schauen selbstverständlich wohlwollend zu, wenn sich die „Gefällt mir!“-Klicks nicht zu einer millionenfachen Konsumpyramide, sondern zu einer fundamentalen, revolutionären politischen Massenbewegung potenzieren. Aber Hauptsache WIR „halten Händchen“, fühlen uns gut und engagiert und glauben fest an den Sechser im Lotto als Basis für gesellschaftlichen Fortschritt. Für Konstruktivisten und a-rationale, rationalistische Liberalisten ist das kein Problem! Und die Produzenten „lachen sich schlapp“ über so viel „wissenschaftliche“ Ignoranz.

Wer sich, noch selbstä ndig denkend, fü r eine konsequente, konsistente und kohä rente „Soziologie als REALwissenschaft“ im Anschluss an den Geist Durkheim’s, die dringend notwendig ist, interessiert, kann in meiner FB-Gruppe „Soziologie als REALwissenschaft“ (inkl. 9 Lektionen von Ontologie bis Empirie) oder in meinen bisher in soziologie heute erschienenen Artikeln (nachlesbar auch unter „fotos“ in meiner FB-Chronik) fü ndig werden. Das Manuskript für meine Skizze einer REALISTISCHEN Soziologie mit dem
wahrscheinlichen Titel Soziologie des „freien Willens“ ist nahezu fertig.

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